Siegt der Feschismus?/"Es ist so fad"

Streitgespräch Junge in der Politik. Feigenblätter der Etablierten oder frischer Wind in alten Parteistrukturen? Der "Falter" hat fünf Junge an einen Tisch gebracht: Ulli Sima, 31, unabhängige Kandidatin der SPÖ, Harald Himmer, 35, ehemaliger "Bonzenquäler" und ÖVP-Bundesrat, Michael Tscharnutter, 36, FPÖ-Sekretär und Wiener Kandidat für den Nationalrat, Eva Glawischnigg, 30, Umweltsprecherin der Grünen, und Michael Schiebel, 34, Bundesgeschäftsführer des Liberalen Forums.

Politik | Moderation: Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

FALTER: Immer öfter schmücken sich Parteien mit jungen und "unabhängigen" Kandidaten. Was könnt ihr besser als die Alten?

SIMA: Junge Leute haben einen anderen Zugang zur Politik, sie versuchen über Parteigrenzen hinweg, Themen zu behandeln, andere Gesprächspartner zu finden.

HIMMER: Ich glaube, dass bei jungen Leuten noch mehr Kreativität vorhanden ist. Je länger man im System drinnen ist, desto schwerer fällt es, auszubrechen. Es gibt Untersuchungen, dass Kinder, bevor sie in die Schule gehen, irrsinnig kreativ sind. Dann werden sie zwölf Jahre durch die Schule gezogen und haben jegliche Kreativität verloren. Ähnliche soziologische Prozesse finden sicherlich in der Politik auch statt.

TSCHARNUTTER: Die FPÖ bildet da eine Ausnahme. Bei uns gibt es kaum einen Politiker, der älter als 50 ist. Aber es geht nicht um die Frage, ob Politiker jung oder alt, sondern darum, ob sie gut oder schlecht sind. Was junge Politiker auf alle Fälle mitbringen, ist die Bereitschaft, die politische


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige