Siegt der Feschismus?/"Speed kills!"

Wahlwerbung Heinz Lederer und Gernot Rumpold, Kampagnenleiter von SPÖ und FPÖ, über psychosomatische Kanzlerkrankheiten, schwitzende Oppositionsführer und hysterische Ameisen.

Gerald John | Politik | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

Wer mit Heinz Lederer und Gernot Rumpold ein Streitgespräch veranstaltet, braucht sich um Bombenstimmung nicht zu sorgen. "250 Millionen!", schreit Lederer. "300 Millionen!", schreit Rumpold. Das Geschrei bezieht sich auf die Wahlkampfkosten der roten und blauen Wahlkampagnen, die von der Gegenseite - da sind die beiden einer Meinung - jeweils viel zu hoch eingeschätzt werden. Über die Frage der tatsächlichen Kosten konnten sich die zwei Parteiwerber ebenso wenig einigen wie über andere Fragen des Wahlkampfs. Etwa ob die "Überfremdungs"-Plakate der FPÖ verhetzend sind. Oder wer als Erster den Pensionistenbrief 99 abgeschickt hat. Trotz aller inhaltlichen Härte war die Grenze zum Schmähführen im Gespräch aber stets fließend.

FALTER: Herr Rumpold, wie gefällt Ihnen die Kampagne Ihres Konkurrenten?

RUMPOLD: Die SPÖ fährt eine Kampagne, die ihrer nicht würdig ist. Sie hat die Dimension völlig unterschätzt: Bereits im EU-Wahlkampf hat sie das ganze Gewicht des Kanzlers ins Rennen

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