Kommentar: Abrüstung von Apercus statt Apokalypse

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

Eigentlich schulden mir Bernhard, Doris und Thomas (die richtigen Namen sind mir bekannt) noch eine Party. Mir und dem Grün-Politiker Christoph Chorherr. Vor Jahren hatten wir nämlich gewettet, dass Jörg Haider 1998 Bundeskanzler werden bzw. nicht werden würde. Die Vereinbarung, an die sich die Verlierer heute nicht mehr erinnern wollen, war die: Wer gewinnt, darf eine Party schmeißen, die von den Verlierern bezahlt werden muss.

Wenn ich mich recht entsinne, schwang bei denen, die Haiders baldige Kanzlerschaft prophezeiten, eine gewisse Apokalypsefreudigkeit mit. Da würde endlich einmal was weitergehen, man selbst würde dann den eigenen Arsch wieder hochkriegen, sich gleichsam am eigenen Zopf aus dem Sumpf einer angenehm temperierten und komfortabel ausstaffierten Langeweile ziehen.

Mag sein, dass ich hier die historische Wahrheit interpretativ noch zugespitzt habe; und damit die Zuspitzung nicht auf Bernhard, Doris und Thomas zurückfällt, möchte ich mich gleich zu jener These vorwagen,


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