Eier im Sack

Musik Die Tick, Trick und Tracks des Pop sind mit ihrem neuen Album den Matrosenanzügen entwachsen. Wie das britische Dreibubenwunder Supergrass ganz unversehens erwachsen wurde.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

Movin', keep on movin' ..." - Nein, das kann unmöglich ... Aber doch, ein zweiter Blick aufs druckfrische Plattencover belegt: Das sind tatsächlich Supergrass, auch wenn sich das leicht pathetische Timbre des Sängers so gar nicht mit dessen aus den Anfangszeiten der Band in Erinnerung gebliebenem, schrillem Quengeln vereinbaren lässt. "Gaz war damals 18, jetzt ist er 23", stellt Schlagzeuger Danny klar. "Meine Eier sind mittlerweile in den Sack gerutscht", enthüllt der angesprochene Sänger.

Das ist zwar mehr, als wir wissen wollten, erklärt aber noch lange nicht alles. 1995 vollbrachte Supergrass mit "I Should Coco" ein in seiner mühelosen Beherrschung der kleinen Tricks und großen Gesten des popbewussten Rocksongs mehr als erstaunliches Debüt. Ihre Songs erzählten Anekdoten aus dem Leben dreier Mittelklassekinder aus Oxford, die in ihrer pubertären Unschuld geradewegs in vorhersehbare Konflikte mit der verstockten Erwachsenenwelt laufen. "Caught by the Fuzz" war die wahre Geschichte


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