Licence to Karate

Musik Jonathan Saul Kane mag ein Vorvater der britischen Dance-Szene sein - jetzt muss er vom Vertrieb von Hongkong-Filmen leben.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

Die exzentrische Figur des Jonathan Saul Kane wird unter Auskennern als der wahre Erfinder von Trip Hop und Big Beat gehandelt. Kane benützte zudem das Knallen der Handkantenschläge aus fernöstlichen Kampfsportfilmen bereits vor zehn Jahren als perkussives Instrument - lange bevor Wu Tang Clan auf die gleiche Idee kamen. Dennoch will er sich selbst nicht als unbedankter Pionier sehen, schließlich habe er bloß seine Kindheitseindrücke aus dem Straßenleben von Notting Hill, dem traditionellen Heimatviertel der afrokaribischen Community Londons, zu einem hörbaren Ganzen fusioniert.

Die Dub-Reggae-Soundsystems, die die Gegend mit ihren schweren Bässen beschallten, der jährliche Karneval und die ersten, aus Amerika importierten, HipHop- und Electro-Platten, die in seinem Freundeskreis kursierten, formten die musikalische Topografie im Kopf des kleinen Jonathan: "Wir gingen immer zu Kung-Fu-Filmen, und an jeder Ecke konnte man diese Dub-Musik hören", erklärt Kane im Büro seiner Plattenfirma


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