Nüchtern betrachtet: Die Schnürsenkel von Bernard Herrmann

Kultur | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

Obacht! Jetzt kommt der Herbst. Die shmoovste Zeit im Jahr. Zum Beispiel der Samstag! Saß ich in meinem Garten, hörte dem Fallobst zu und beobachtete die Schatten, die ein Kondensstreifen auf den anderen wirft. Ja, das hat schon was - wenn Natur und Technik so prächtig Hand in Hand arbeiten. Es darf aber ruhig auch schlechtes Wetter haben. Obs nebelt oder regnet, ist mir einerlei, im Herbst gibts für mich nur Bildhauerei. Am Wochenende fahre ich dann in mein Bildhauerhäuschen am Semmering - eine bescheidene Holzvilla im Jahrhundertwendestil - und erweitere emsig meinen Materialbegriff. Ich bin nämlich keiner von diesen Nirosta-Yuppies, sondern mehr so Arte povera. Wie ich da an der Valorisierung des Profanen arbeite, also ich sage Ihnen, ich könnte da ein Katalogvorwörtchen hinlegen, also da pfeifen die Kommantschen. Egal. Das sollen die Diskursfuzzis erledigen. Ich haue Bild. Momentan bin ich gerade bei den Schnürsenkeln. Bei den Schnürsenkeln von Bernard Herrmann. Die Schnürsenkel


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