Wende ist Schande

Seinesgleichen geschieht Nach der Wahl. Das allerneueste Österreich - keine besonders animierende Vorstellung.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Schande. "Heil Haider" titelt der seriöse englische Guardian. Vor Übertreibungen sei gewarnt. Nervensache ist Ehrensache, mitten in der, jawohl, Schande. 28 Prozent aller wählenden Österreicher haben Haiders FPÖ aus unterschiedlichsten Motiven ihre Stimme gegeben. Und sie sind noch weniger das Problem als ihr Führer. Er ist die FPÖ (manche seiner Kandidaten wissen nicht einmal, was sie tun) und er hat bisher allzu vieles offen gelassen, als dass man ins Normalitätsgerede einstimmen könnte. Er ist ein Rechtsextremist und ein Hetzer. 28 Prozent für ihn sind eine Schande.

Noch eine Schande: Die Wahlbeteiligung war so niedrig wie noch nie; und demgemäß erhielten die ehemals großen Parteien SPÖ und ÖVP jeweils so wenig Stimmen wie nie zuvor in der zweiten Republik. Gewonnen haben neben den Freiheitlichen die Grünen; das freut. Aber die Summe des Rechtsrucks freut nicht: Statt etwa 50:50 steht es nun 40:60 für rechts. Aus dem Parlament geflogen ist das Liberale Forum Heide Schmidts,


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