Löchriges Mäntelchen

Kommentar Psychotherapeuten sollen in Zukunft nur dann einen Kassenvertrag erhalten, wenn sie willkürlich gesetzte Kriterien erfüllen.

Christian Köck | Vorwort | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Gesundheitsministerin, Hauptverband und die Spitze der Berufsvertretung feiern ein "Jahrhundertmodell", die Psychotherapie auf Krankenschein. Da alle Beteiligten mit Sicherheit die Tatsachen kennen, muss davon ausgegangen werden, dass hier sowohl (potenzielle) Klientinnen und Klienten als auch Psychotherapeutinnen und -therapeuten bewusst getäuscht werden sollen. Was unter dem Motto "kostenlose Therapie" für alle angepriesen wird, ist nämlich in Wirklichkeit nichts anderes als ein kleines gesundheitspolitisches Sparpaket. Tatsache ist, dass Knock-out-Kriterien für die Zulassung von Therapeuten formuliert wurden, die rund zwei Drittel nicht erfüllen können. In Deutschland, wo ein ähnliches Modell umgesetzt wurde, zeigen sich bereits die Folgen: Zahlreiche Praxen stehen vor der Schließung. Ein Großteil der dortigen Therapeuten, deren Verband diesen Vertrag unterschrieben hat, würden ihm kein zweites Mal zustimmen.

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