Dolm der Woche: E. Grassberger

Politik | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Ernestine Grassberger ist eine Besorgte. Vor allem aber eine Frau. Und so fragte sie sich bei einer ihrer Wahltouren: "Wozu haben wir hundert Jahre in der Frauenbewegung gekämpft?" "Junge Türken", so die Ottakringer Bezirksvorsteherin weiter, machten sich mittlerweile "gern an österreichische Mädchen heran, weil sie die eigenen sofort heiraten müssen". Recht so! Für unerwünschte Vermischung von fremden mit eigenem Blut hat die Frauenbewegung eben nicht gekämpft. Und dass lüsterne Türken ihre Lendenfrucht unter Andersgleichen versprühen, wollte die Frauenbewegung auch nicht. Richtig. Die hatte entfernt etwas mit Überwindung von Diskriminierung und etwas mit Gleichstellung, Abschaffung von geschlechtsspezifischen Vorurteilen zu tun. Etwa jenem, wonachFrauen die intellektuelle Kapazität fehlte, um bei der Wahl ihr Kreuz machen zu dürfen.


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