Frechheit siegt

Tagebuch Von Montag zu Montag, inklusive Wahlsonntag, zwischen Medien, Menschen, Masse und Macht. Notizen zu einem angesagten Rutsch.


Armin Thurnher
Politik | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Montag: Die Woche beginnt fein; mit einer Kolumne in Format, wo Kolumnist Riedl zwar weder mein Buch noch mich nennt, aber flott aus ihm zitiert und flapsig mich angreift. Die Medien seien selbstverständlich keine Haider-Macher, wendet er ein, nicht ohne ertappten Unterton. Die Wende-Kommentare (zum Beispiel in Format) und die Haider-Covers (zum Beispiel in News) haben Haider nicht gemacht, aber sie haben ein seinem Aufstieg günstiges Klima geschaffen. Sie haben geholfen, das lasse ich mir nicht nehmen. Sie haben das herbeigeführt, was Riedl eine Woche später "die dumpfe Verschwörungstheorie von der rot-schwarzen Diktatur" nennt, die längst das FPÖ-Programm ersetzt habe. Ich bleibe dabei: Die Siegermilieus des Haiderismus und des Fellnerismus hängen zusammen, samt Titelblättern und Wendekolumnen. Typisch österreichisch, wie Riedl den Versuch meiner differenzierten Analyse des Haider-Aufstiegs auf eine These plattdrückt, der er leicht widersprechen kann. Mehr als das: Mein plattgedrücktes

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