"MOZART!"

Zu viel Stoff

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Nein, Everybody's Darling Uwe Kröger war nicht Mozart in "Mozart!". Er durfte nur als Fürsterzbischof Colloredo umherstolzieren und dabei Yngve Gasoy-Romdal als Titelheld an die Wand spielen - genauso spielend wie Thomas Borchert als Vater Leopold den Norweger sängerisch in die Tasche steckte.

Auch sonst lief bei der großspurig als "Welt-Uraufführung" angekündigten Premiere des neuen Musicals der Vereinigten Bühnen Wien (Regie: Harry Kupfer) einiges schief. Autor Michael Kunze ("Elisabeth") wollte ein Musical schreiben, in dem es "um uns und unsere heutigen Probleme geht". Die "Geschichte übers Erwachsenwerden" an einem Komponisten zu exemplifizieren, der seit über 200 Jahren tot ist, lag für ihn dennoch nahe - schließlich würde sich für einen heutigen Jugendlichen als Titelheld "kein Schwein interessieren". Also erzählt Kunze Mozarts Emanzipationsbemühungen gegen Vater Leopold (inklusive berühmter Zitate), gegen Fürsterzbischof Colloredo (inklusive des berühmten Fußtritts)


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