Planet Bernhard

Theater Der Beste macht das Licht aus: Philip Tiedemann inszeniert Thomas Bernhards "Der Ignorant und der Wahnsinnige" in Klagenfurt.

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Die Bühne ist vollkommen finster." Diese scheinbar harmlose Regieanweisung am Ende von Thomas Bernhards frühem Stück "Der Ignorant und der Wahnsinnige" sorgte bei der Uraufführung im Rahmen der Salzburger Festspiele 1972 für einen in der Theatergeschichte beispiellosen Skandal. Weil bei der Premiere im Landestheater wider anderslautenden Zusagen am Ende das behördlich vorgeschriebene Notlicht eingeschalten blieb, weigerten sich Regisseur Claus Peymann und das Ensemble, die Inszenierung weiter zu spielen. Sämtliche Folgevorstellungen wurden abgesagt.

Mehr als 27 Jahre später wurde nun zum zweiten Mal in Österreich der Versuch unternommen, das Stück im Sinne des Autors aufzuführen. Im Klagenfurter Stadttheater hatte "Der Ignorant und der Wahnsinnige" Premiere, und am Ende war die Bühne tatsächlich "vollkommen finster". Die Inszenierung war aber noch aus einem anderen Grund mit besonderem Interesse verfolgt worden: Es handelte sich sozusagen um die exterritoriale Eröffnung der

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