Gruppenbild ohne Herren

Kunst Mit einer Ausstellung über österreichische Frauenkunst dieses Jahrhunderts beginnt Ingried Brugger ihre Arbeit als neue Chefkuratorin des Bank Austria Kunstforums.

Kultur | Patricia Grzonka | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Müssen Frauen nackt sein, um ins Museum zu kommen?, fragte Mitte der Achtzigerjahre eine Gruppe von US-amerikanischen Künstlerinnen, die unter dem programmatischen Namen Guerilla Girls bekannt wurden. Ja, lautete die Antwort, weil Künstlerinnen mit ihren Werken zu annähernd null Prozent in Museen vertreten, Frauen dort also hauptsächlich als von Männern gemalte Akte präsent wären.

Auch heute noch sind Künstlerinnen in den großen Museen unterrepräsentiert, weil sich die Ausstellungspolitik der meisten Institutionen seit Jahrzehnten kaum geändert hat. Je näher man allerdings der Gegenwart kommt, desto mehr verschiebt sich der Geschlechteranteil zugunsten der Frauen. In Museen für zeitgenössische Kunst taucht schon hie und da mal das Werk einer Künstlerin auf, auch wenn der Prozentsatz weiblicher Kunst nach wie vor marginal ist.

Nun startet im Wiener Bank Austria Kunstforum eine Ausstellung mit hundert Prozent Frauenanteil: "Das Jahrhundert der Frauen". Wo, fragt man sich, kommen


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