Stadtrand: Bitte keinen Kettenbrief!

Stadtleben | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Ich habe es mit Geduld versucht. Nichts.

Ich habe es mit gutem Zureden versucht. Nichts.

Ich habe es mit Erklärungen versucht. Nichts.

Ich versuche es jetzt mit Drohungen: Wenn mir noch einer per E-Mail einen Kettenbrief schickt, muss ich leider schreien.

Ja, Peter Pilzens Wahlkettenbrief war lustig. Obwohl ich ihn von drei verschiedenen Seiten bekommen habe. Aber allein die Vorstellung, was bei den nächsten Wahlen sein wird, lässt mich schaudern.

Ja, das verarschte FPÖ-Plakat hat mir auch gefallen. Das hab ich auch nur zweimal bekommen, Z. immerhin fünfmal.

Nein, ich hab mir noch keinen Computervirus eingefangen. Und zwar nicht deshalb, weil ich quasi täglich per Massenmail davor gewarnt werde, sondern weil es 99 Prozent dieser Viren gar nicht gibt. Wie heißt es so schön? Das Mail ist der Virus.

Ich will auch keine herzig gestrichelten Manderln mehr, die mir hawaiische Glückswünsche ausrichten - wenn ich sie an mindestens 50 Menschen meines Bekanntenkreises weiterleite. Ich tus nicht! (Ich spiele seither zur Sicherheit auch nicht mehr Lotto.)

Also, bitte! Nichts mehr schicken! Ich schrei sonst wirklich. Und das klingt sogar per E-Mail schlimm. S.N.


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