Tier der Woche: Schutz und Trutz

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 40/99 vom 06.10.1999

Das Ergebnis der Nationalratswahlen wird uns wohl noch eine Zeit lang beschäftigen, der Welttierschutztag, der zur gleichen Zeit stattfand, eher nicht. Es landeten zwar Presseaussendungen von Tierschutzorganisationen in den Redaktionen, doch die Betroffenheit der Öffentlichkeit zu den Themen ist gering. How come? Der Österreichische Tierschutzverein zum Beispiel fand eine Äußerung des Wirtschaftsministers anlässlich einer Veranstaltung im Tiergarten Schönbrunn "skandalös und unerträglich". Farnleitner sagte, dass "die Tiere heute dankbar sein können, dass sie hier gepflegt werden und nicht mehr der freien Wildbahn ausgesetzt sind". Könnten die Tiere sagen, was sie wirklich fühlen - so die Position der Tierschützer - dann hieße ihre Forderung: "Schafft (...) alle Zoos ab!"

Diese beiden Aussagen sind typisch für die vermenschlichende Sichtweise, die die Diskussion bestimmt: ein Minister, der wie auf einer Wahlveranstaltung Sicherheit und Versorgung für alle (Tiere) proklamiert


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige