Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

... wurde dem Eröffnungsfilm der Viennale, "Apocalypse now", ausführlich Beachtung geschenkt. U.a. mit Zitaten des Regisseurs Francis Ford Coppola und Auszügen aus dem Tagebuch seiner Frau Eleanor.

Das Wichtigste, was ich mit der Herstellung von ,Apocalypse Now' erreichen wollte, war, ein Filmexperiment zu schaffen, das seinem Publikum einen Eindruck von dem Schrecken, dem Wahnsinn, der Sinnlichkeit und dem moralischen Dilemma des Vietnam-Krieges vermitteln sollte." (Francis Ford Coppola, 1979).

Tagebuch einer Regisseursgattin: Heute kam Francis heim, voller Aufregung nach seinem langen Gespräch mit Marlon. Er sagte, Marlon sei unglaublich. Der größte Schauspieler, den er je getroffen habe, ein äußerst harter Arbeiter. Brando hatte den ganzen Tag improvisiert. Einmal so, einmal so, unermüdlich. Sie hatten es ausgekämpft, bis sie auf eine Art stießen, die Rolle darzustellen. Brando würde etwas versuchen, was er noch nie zuvor getan hatte: einen überlebensgroßen Charakter, eine mythische Figur, eine theatralische Person hinzustellen. Er ist der Meister des naturalistischen, realistischen Spiels, und das erste Mal in seiner Schauspielerkarriere wollte er einen anderen Stil versuchen.

Das Drehbuch handelt davon, wie man dem Tod begegnet und ihm entrinnt. Marty (Martin Sheen, Hauptdarsteller, der bei den Dreharbeiten eine Herzattacke erlitt) begegnete dem Tod wirklich. Stellen Sie sich vor, wie sich das auf seine Darstellung in den letzten Szenen des Films auswirken wird!

Francis sagt, er sei der Willard-Charakter (den Sheen spielt), und als Marty dem Tod nahe war, brach Francis auch zusammen. Er sagte, er sei dem Tod so nahe wie nie zuvor gewesen. Er sagte, er habe gesehen, wie sich die Wirklichkeit in einen dunklen Tunnel zurückzog, und er habe Angst gehabt, nicht mehr zurückzufinden.


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