Ende einer Ära

Kommentar Russland: Droht nach dem Ende des jelzinschen Reformsystems das Chaos?

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Welch grimmige Wege das Ende einer Ära nehmen kann, erlebt das von den Folgen seines eigenen Wahlverhaltens gebeutelte kleine Österreich dieser Tage recht hautnah. Die Bedeutungslosigkeit des Landes erweist sich dabei als Glücksfall: Man stelle sich nur die internationalen Konsequenzen eines derartigen politischen Erdbebens inklusive 27 Prozent für eine der F vergleichbare Partei im Deutschland der "Berliner Republik" vor! Im österreichischen Fall bedroht die aus dem rechtspopulistischen Siegeszug resultierende Instabilität dagegen höchstens das eigene Land.

Szenenwechsel in eine andere Liga und zu dem derzeit die Weltpolitik tatsächlich prägenden Ende einer Ära: dem Niedergang des mit dem Namen Boris Jelzin verbundenen postkommunistischen Reformsystems in Russland. Fast zehn Jahre lang hat der einstige KP-Rebell und Führer der demokratischen Revolution das verfallende russische Riesenreich auf fundamental prowestlichem Kurs gehalten. Selbst der Überraschungscoup mit dem russischen


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