"Tortenszene schmerzt mich"

Liberale Heide Schmidt über das internationale Ansehen Österreichs, den Wunsch nach einem starken Mann, die roten Augen ihrer Mitarbeiter und das von Jörg Haider gefütterte Tortenstück.

Florian Klenk und Nina Weissensteiner | Politik | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

In ihrem Büro stapeln sich bereits die Kartons. In wenigen Wochen wird Heide Schmidt das Parlament verlassen haben. Vielleicht für immer. Der Wähler will sie nicht mehr. Mit Jänner 2000 wird die Chefin des Liberalen Forums ihre Funktionen zurücklegen. Die Zukunft der Bundespartei sieht schlecht aus. Schulden, Streitereien mit der starken Wiener Landesorganisation und Kündigungen von rund 40 Mitarbeitern. Beim Interview wirkt Heide Schmidt etwas gedrückt. "Vielleicht", sagt sie beim Abschied, "hätte ich manchmal mehr Aktionismus machen müssen, aber dafür bin ich nicht die Richtige."

Falter: Vor der Wahl haben Sie im "Falter"-Interview gesagt, Österreich sei ein gutes Land. Sie haben angekündigt, dass Sie diese Haltung überdenken würden, wenn die Liberalen den Einzug ins Parlament nicht mehr schaffen. Also, wie steht es um Österreich?

Heide Schmidt: Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll. "Gut" ist keine gute Klassifizierung, weil das Pendant dazu wäre "schlecht". Wenn

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