Nebel von Echelon/Spion en detail

Medien | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Mindestens 120 Abhörstationen hören im Simultanbetrieb für Echelon den Globus ab und filtern nach einem Stichwortkatalog die relevanten Botschaften heraus. U-Boote werden routinemäßig benutzt, um transatlantische Kabel, sogar Glasfaserverbindungen, anzuzapfen. Dabei werden Daten über Individuen, Regierungen, Handelsorganisationen und internationale Institutionen gesammelt. Europäische Unternehmen seien das Ziel von Abhöraktionen, und Regierungen führender westlicher Nationen würden das von Geheimdiensten gewonnene Material benutzen, um eigenen Unternehmen Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Für die Überwachung des Internet habe die NSA seit 1995 "Sniffer-Software" zumindest an den neun wichtigsten Internetknoten der USA installiert, an den von US-Regierungsbehörden betriebenen Knoten FIX East und FIX West, die mit den kommerziellen Knoten MAE East und MAE West eng verbunden sind. Über diese wird weitaus der meiste Verkehr von Europa bzw. Asien in die USA geroutet.

Elektronische Spracherkennungssysteme werden zwar systematisch eingesetzt, "Voiceprints" von Zielpersonen in Datenbanken abgespeichert, aber es gibt trotz anders lautenden Medienberichten keine zwingenden Indizien dafür, dass Telefonie flächendeckend abgefangen, automatisch prozessiert und nach Stichworten durchsucht wird. Mit wesentlich einfacher zu verarbeitenden Telexen, Faxen oder E-Mails passiert dies hingegen sehr wohl.

In Europa betreiben außerdem Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Schweden und die Schweiz groß angelegte Signals-Intelligence-Operationen.


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