Fernsehen

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Wie war das noch mal schnell mit der Funktion eines Moderators bzw. einer Moderatorin? Durch die Sendung führen? Oder "die Sendung sein"? Mit den Gästen plaudern oder sie zu schwallen? Moderieren oder nerven wie die Hölle?

Und wie war noch mal schnell Elisabeth Engstlers Auffassung ihrer Moderatorinnenrolle? Sein, zuschwallen, nerven - danke.

Sie hats aber auch nicht leicht. Die anderen beiden Teilnehmer von "Frisch gekocht ist halb gewonnen" (Hej, der ORF hat die Kochsendung neu erfunden! Täglich 13.15 Uhr, ORF 2) dürfen wenigstens zeigen, dass sie kochen können. Engstler kann nichts. Äh: tun! Und kompensiert auf die einzige ihr mögliche Art: Sie redet (sie könnte allerdings auch singen - danke für die Auslassung dieses Kelches). Dazwischen steht sie recht dekorativ im Weg.

Nun gibt es wahrlich ausreichend Moderatoren, die sich auch gern reden hören (Willemsen, Biolek) - wieso also ist es bei Engstler so schlimm? Weil das, was sie schwallt, zu 100 Prozent humorfrei ist? Weil sie aufdringlich wie eine Staubsaugervertreterin ist?

Weil sie redet, ohne zuzuhören.


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