Undogmatisch militant

Viennale Aus einem antikapitalistischen Kollektiv entwickelte sich eine der prägendsten Filmproduktionsfirmen Frankreichs. Eine Werkschau im Rahmen der Viennale zeigt, dass Les Films d'Ici trotz marktgerechter Kompromisse die alten Ideale nicht vergessen hat.

Yasmin Kiss | Kultur | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Gut möglich, dass es zu einer Keilerei gekommen wäre, wenn jemand Richard Copans vor 20 Jahren seine heutige Funktion als Direktor und Produzent bei Les Films d'Ici vorausgesagt hätte: Damals werkte Copans im antikapitalistischen Kollektiv Cine-Luttes (Kino-Kämpfe) mit, das militantes Filmemachen propagierte. Für den damaligen Kameramann war es nicht vorstellbar, Besitzer einer Firma zu sein oder sein Geld mit dem Produzieren von Filmen zu verdienen - Filme entstanden einfach. Gearbeitet und gelebt wurde im Kollektiv, das Geld für die Filme kam von sympathisierenden Besserverdienern, notfalls eignete man sich die Produktionsmittel eben an.

Um doch an staatliche Subventionen zu kommen, wurde ein Vorläufer der heutigen Les Films d'Ici gegründet, und Copans kam dauerhaft auf den Geschmack des Produzierens. Wenn die Viennale heuer eine kleine Werkschau dieser Produktionsfirma ausrichtet, dann leistet sie sich den Luxus der Beharrlichkeit: Vor einem Jahr war dem eigenwilligen Luc Moullet

  793 Wörter       4 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • Stille Post mit Miau

    Kinderausstellung In der bereits 16. Ausstellung des Kindermuseums ZOOM können Kinder spielerisch kommunizieren.
    Stadtleben | Jürgen Plank | aus FALTER 41/99
  • Die Breite des Hintern

    Koalition 1995 dauerten sie mehr als 80 Tage. Diesmal stehen zwei Wochen nach der Wahl noch nicht einmal die Teilnehmer fest. Ein Blick hinter die verschlossenen Türen der Koalitionsverhandlungen.
    Politik | Gerald John und Patrik Volf | aus FALTER 41/99
  • Was war

    Politik | aus FALTER 41/99
  • Mediensplitter

    Medien | aus FALTER 41/99
  • Bock und Richter

    Reportage Kurz vor den Wahlen werden bei einer Drogenrazzia alle Afrikaner eines Gesellenheimes in Favoriten verhaftet. Zwei Frauen haben sich mit den Farbigen Tag und Nacht beschäftigt. Die Hausmeisterin Erika Richter hat sie für die Polizei fotografiert, die Heimleiterin Ute Bock im Heim betreut.
    Politik | Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 41/99
×

Anzeige


Anzeige