Spielplan

Kultur | K.Cerny / W.Kralicek | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Ein wenig verwunderlich sind die überschwänglichen Kritiken zu Peter Turrinis "Josef und Maria" in der Josefstadt schon. Zugegeben: Als sein eigener Regisseur macht Turrini nicht viel falsch; er versucht aus seinem Stück nicht mehr herauszuholen, als es ohnehin hergibt, wenn man ganz auf die Schauspieler setzt: ein rühriges Melodram über zwei ältere Menschen, die einander am Weihnachtsabend im Kaufhausdoppelbett - vor allem geistig - näher kommen. Der realistische Zugang hat allerdings auch seine Tücken: Über weite Strecken des Abends zeigen Otto Schenk und Christine Ostermayer alt gewordene Menschen, die gnadenlos aneinander vorbeireden und -spielen. Das mag zwar auch etwas zu bedeuten haben (lange Isolation und Vereinsamung), aber irgendwann fragt man sich schon, warum man sich als Zuschauer für Menschen interessieren soll, die vor lauter Phrasen und Selbstmitleid ihr Gegenüber gar nicht mehr wahrnehmen.

Etwas zu positiv rezensiert wurde auch das Debüt von Severin Groebner,


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