Cyberspace Oddity

Musik Überstar David Bowie kommt nach Wien, um subtil, aber gründlich Werbung zu machen - für sein neues Album, sein Gesamtwerk und ein Computerspiel. Ein Konzert wird er dabei auch geben.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Wenn David Bowie nächste Woche nach Wien kommt, könnte sich das für ihn unentbehrliche Element der Entfremdung diesmal in Form eines Normalitätsschocks äußern. 1999 hat der 52-Jährige, der seit 30 Jahren das Dogma der ständigen Transformation als einzige Konstante seiner Karriere erlaubte, weder in seiner Erscheinung noch in seiner Musik irgendein prätentiöses, neues Manifest zu vertreten: Bowie ist weder hier, um sich als fantastisch androgyne Diva zu präsentieren, noch um seine behauptete Bisexualität zu bestreiten. Nicht als urbaner Funk-Entertainer, nicht als der Weißclown der Neo-Romantik, geschweige denn als dünner, weißer Edelmann des Pop. Nicht als Nietzscheaner im Drogenwahn, nicht als bemühter Antifaschist und Welternährer, als gleichgestellter Teil einer Rockband, experimenteller Aktionistenfreund oder gar als trendbewusster Junggebliebener, der diese neue Dance-Musik ehrlich echt gut findet.

Statt flüchtige Alter Egos zu entwerfen, geriert sich Bowie dieser


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige