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MUSIK Aus der Einzelhaft in Brüssel zum Solo-Abend im Musikverein: der Wiener Pianist Gottlieb Wallisch.

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

sieben Tage lang war Gottlieb Wallisch eingesperrt. Jeder Kontakt mit der Außenwelt war ihm verboten: kein Besuch, kein Telefon, kein Radio, kein Fernsehen - lediglich eine zensurierte Zeitung durfte er lesen. Sieben Tage lang sollten Wallisch und elf seiner Pianistenkollegen nur eines tun: üben. Und zwar ein Klavierkonzert des finnischen Komponisten Uljas Voitto Pulkkis, das Pflichtprogramm für die Finalrunde des diesjährigen Concours Reine Elisabeth in Brüssel.

Unter 103 Teilnehmern schaffte es der 21-jährige Wiener letzten Mai dort bis unter die letzten Zwölf - als erster Österreicher seit Walter Kamper 1960. Bedeutende Wettbewerbe hat Wallisch schon einige gewonnen - der Reine Elisabeth jedoch gilt als der wichtigste und schwierigste der Welt. In Belgien ist er ein nationales Großereignis, das jährlich fünf Wochen lang das ganze Land beschäftigt: Die Königin besucht selbst in der Vorrunde jedes Konzert, der Metzger von Wallischs Gastfamilie begrüßte den Pianisten als Star,

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