Orden, Tuch & Klubsakko

Musik Der Wahlwiener Art Farmer, ein Jazzästhet auf der Flumpet, ist in New York gestorben.

Kultur | Klaus Peham | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Jazzexzentriker Miles Davis, für gewöhnlich wenig zimperlich im Beurteilen seiner Zunftkollegen, schätzte ihn außerordentlich. "Er war ein wirklich netter Typ, ruhig, schweigsam - und außerdem ein verrückt guter Trompeter." Nicht anders First Jazzfreak Thomas Klestil, der ihn im Vorjahr zum siebzigsten Geburtstag mit der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse in den republikanischen Adelsstand erhob. Und auch Angehörigen des lokalen Mainstream-Establishments galt der Wahlwähringer Art Farmer - Flügelhornstilist ohne Tadel und vollendeter Gentleman mit stecktuchbewehrtem Klubsakko und getrimmtem Oberlippenbärtchen - als einer der Ihrigen.

Der stille Gigant, der als Trompeter begann, in den Sechzigerjahren dann der Stiefschwester der Trompete, dem opaken, intonationsunscharfen Flügelhorn, eine eigenständige, distinguierte Sonorität erschloss und zuletzt die Flumpet - eine Art Bastard aus diesen beiden Instrumenten - blies, lernte


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