Aus der Traum

Musiktheater Diesmal gilts: Mit Walter Braunfels' Oper "Die Vögel" fand an der Volksoper die erste Premiere unter der Intendanz Dominique Menthas statt.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Das war sie also. Die mit Spannung erwartete offiziell erste Premiere an der Volksoper unter der Intendanz von Dominique Mentha, die gleich einem guten Zweck dienen sollte: der Wiederentdeckung des lyrisch-fantastischen Spiels "Die Vögel" von Walter Braunfels. 1925, fünf Jahre nach der Münchner Uraufführung unter Bruno Walter, war das Stück schon einmal an der Volksoper zu sehen, in den Dreißigern wurde es wie sein Komponist Opfer der Nationalsozialisten und wanderte auf den Index.

Ein tragisches Schicksal soll natürlich nicht allein als Grund für die Entscheidung dienen, ein Werk zu programmieren. Mit Hinweis auf die "kraftvolle Lyrik" und den "Ideenreichtum" des Werkes glaubt Mentha auch an die musikalischen Qualitäten der "Vögel". Darüber kann man streiten: Völlig unbeeindruckt von der Musiksprache seiner Zeit, vertonte Braunfels die Aristophanes-Komödie in einem Mix aus Wagner, Mahler und Strauss - sicher mit nahe gehenden Momenten, jedoch ohne in seinem Eklektizismus jemals


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