Kollektivsinn ohne Sinn

Kunst Die Ausstellung "Get Together" zeigt Gemeinschaftsproduktionen verschiedener Künstlergruppen. Warum, das kann sie nicht erklären.

Kultur | Patricia Grzonka | aus FALTER 41/99 vom 13.10.1999

Wenn sich Kunstschaffende Produktionsformen außerhalb des Einzelkünstler-Modells suchen - ist das eine eigene Ausstellung wert? Sind Arbeiten, die in einem Kollektiv produziert werden, besser, schöner, nützlicher als solche, die nur von einem einzigen Autor stammen? Unterscheiden sie sich überhaupt in irgendetwas voneinander?

Die Ausstellung "Get Together" in der Kunsthalle Wien stellt nicht genau diese Fragen, aber sie wirft solche auf. Gezeigt werden Arbeiten von mehr als 200 Künstlern und Künstlerinnen, die alle in irgendeiner Form im Teamwork entstanden sind. Es ist ein Einblick in eine momentan oft praktizierte Art der Kunstproduktion, wobei jedoch völlig außer Acht gelassen wurde, dass das Phänomen an sich nicht neu ist und dass es eine große historische Dimension von Kollektivität bei künstlerischen Autorenschaften gibt.

Diese historische Dimension hätte die fehlenden inhaltlichen Komponenten vorgeben können - wie zum Beispiel Fragen nach utopischen Lebensentwürfen,


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