Haiders neue Liebe

Kommentar Niemand von seinen besten Freunden ist es. Ist er es? Antisemit nämlich?

Vorwort | Doron Rabinovici | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

Erzählt mir einer, er habe nie etwas gegen Juden gehabt, bin ich aufs Schlimmste gefasst. Mit solchen Erläuterungen beginnt zumeist die Verkündigung antisemitischer Leidenschaften, und so endet nicht selten manch wunderbare Freundschaft. Viele Israelis kennen diese Verrenkungen, jene widerlichen Apologien, die sie sich zuweilen anhören müssen. In seiner zwanzigjährigen Laufbahn habe er keine einzige antisemitische Äußerung gemacht, erklärte uns Jörg Haider, als wäre es eine olympische Spitzenleistung, niemals etwas gegen Juden vorgebracht zu haben.

Kaum hatte Haider jedoch das judeophobe Ressentiment von sich gewiesen, drohte er eben damit. Der israelische Außenminister David Levy schade mit seiner Haltung den Juden in ganz Europa, warnte der Kärntner Landeshauptmann. Wer wusste es noch nicht? Am Antisemitismus ist immer bloß der Jud schuld!

In Hinblick auf Levys Worte meinte der Führer des österreichischen Rechtspopulismus: "Es gibt genug Leute, die sagen: ,Jetzt wissen wir,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige