Panik im Donaupark

Sozialpartner Reformdruck, Mitgliederschwund und Spendenskandale: Kammern und Gewerkschaft kämpfen mit der Krise. Wer braucht heute noch die Sozialpartnerschaft?

Gerald John | Politik | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

Es gibt Phrasen, die man nur auf Gewerkschaftskongressen hört. "Auseinanderdividieren" etwa ist ein Klassiker, ebenso "Zurufe von außen". Neu im Repertoire hingegen "die Stronachs". Die Verwendung der Termini ist simpel. "Auseinanderdividieren" lässt man sich nicht, auf "Zurufe von außen" reagiert man nicht, und "die Stronachs", die vom öffentlichen Dienst bis zur Bauwirtschaft in jeder Branche lauern, gehören ohnehin verboten. Damit ist über die Botschaften des Kongresses des österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) von vergangener Woche auch schon viel gesagt.

Alle waren zum Staatsakt ins Wiener Austria-Center im Donaupark gekommen. Wirklich alle. Vom Bundeskanzler bis zur Staatssekretärin, vom Bundes- bis zum Polizeipräsidenten, vom Altkardinal bis zum Altkanzler. Die Festredner verwöhnten die Funktionäre mit reichlich Lob. Höhepunkt an Kritik war ein Halbsatz Viktor Klimas über "notwendige Veränderungen, die auch schmerzhaft sein können". Bei der Stronach-Schelte von

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