Fast hundert Prozent

Ausländer Mit Schulbeginn haben in Wien zwei ungewöhnliche Schulen eröffnet: Das erste islamische Gymnasiums Österreichs in Fünfhaus und die jüdische Lauder-Chabad-Schule am Augarten.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

Tumult. Engin hat von Direktor Sommer gerade ein Plus bekommen. Einige Buben stürmen nach vor, umringen den Lehrer und lugen neugierig in das kleine schwarze Notizbuch, wo Engins Leistung soeben vermerkt wird. Unter großem Hallo bestaunt der kleine Trupp das Plus für den Klassenkameraden. Wer sich noch auf seinem Platz befindet, winkt und ruft. Der Rest der Klasse versucht so die Aufmerksamkeit des Direktors zu erhaschen: "Ich will auch von meiner Familie erzählen! Ich kann das auch!"

Deutschstunde im ersten Islamischen Gymnasium Österreichs, in der Rauchfangkehrergasse im 15. Bezirk. Seit zwei Wochen werden hier 29 türkische Kinder in der vorerst einzigen Klasse der neuen Privatschule unterrichtet. "Ein bisschen anders wahrscheinlich als anderswo", schmunzelt Direktor Ludwig Sommer, der sich selbst als "laxer Christ" bezeichnet. Er spielt augenzwinkernd auf das mangelnde Sitzfleisch seiner Zöglinge an: "Mit den üblichen pädagogischen Methoden kommen wir hier nicht durch. Wir akzeptieren,


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