Es gibt keine Brezeln mehr

Literatur Am 23. Oktober wird Arnold Stadler in Darmstadt der Georg-Büchner-Preis verliehen. Der "Falter" traf den Autor auf der Frankfurter Buchmesse und sprach mit ihm über dessen südbadische Heimat, über Katholizismus und Kindheit, über seine Nähe und Distanz zur österreichischen Literatur, den Siegeszug des Golden Delicious und den Niedergang der Brezel.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

Nobelpreis für Günter Grass - das kam nur insofern überraschend, als man so lange darauf gewartet hatte, dass zuletzt keiner mehr damit rechnete. Der mit 60.000 Mark dotierte Georg-Büchner-Preis für Arnold Stadler hingegen - das ist ein echter Überraschungscoup. Ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit rückte der 1954 im südbadischen Meßkirch (Heidegger-Country!) geborene und noch heute im elterlichen Bauernhaus in Rast bei Meßkirch lebende Stadler wohl erst 1994, als Martin Walser dessen stark autobiografisch und auf die unmittelbare Heimat bezogenes Schreiben in einem Spiegel-Essay in den höchsten Tönen lobte. Ihm, so erklärte Walser, sei der "Stadler-Ton alles"; ein Ton, der sich "vom Aufrufen und puren Nennen zum lakonischen Konstatieren und zuletzt zum in allen Präzisionen blühenden Erzählen" entfalte.

Anlass für Walsers Eloge war das Erscheinen von "Mein Hund, meine Sau, mein Leben", mit dem Stadler seine mit "Ich war einmal" (1989) begonnene und mit "Feuerland"


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