Volksheld wider Willen

Film John Boorman hat seinen besten Film seit 25 Jahren gedreht: "The General", die wahre Geschichte des irischen Gangsters Martin Cahill.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

John Boormans Film beginnt mit dem Ende, das die IRA dem Leben von Martin Cahill am Morgen des 17. August 1994 setzte. Die Nachricht vom Tod des Gangsters verbreitet sich wie ein Lauffeuer, in Dublins Polizeirevieren kommt Stimmung auf. Die wahre Geschichte des "Generals" zeigt eine Welt, in der alles falsch läuft: nun sogar das tödliche Projektil der Eingangssequenz - aus dem Kopf, durch die Windschutzscheibe, in den Lauf der Waffe des Attentäters zurück. Rückblende folgt.

Schon als Kind fängt Martin zu stehlen an, Zigaretten für die Mutter und Schokoladetörtchen für Frances, seine große Liebe und spätere Frau. Dann wird er geschnappt, verbringt mehrere Jahre in katholischen Besserungsanstalten und schwört, sich nie wieder erwischen zu lassen. Als Erwachsener schließlich legt sich Cahill mit dem ganzen System an: mit der Stadtverwaltung, der Kirche, der IRA und natürlich der Polizei. Hintergrund für seine Existenz ist ein gleichsam vorzivilisatorischer Raum: In ihm gelten


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