"Eigentlich nicht lustig"

Kabarett Zehn Jahre Martin Puntigam im öffentlichen Raum: Österreichs radikalster Spaßmacher feiert ein rundes Bühnenjubiläum. Eine Zwischenbilanz.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

Drei Fragen, die Kabarettisten im Gespräch mit Journalisten und Fans immer wieder beantworten müssen: 1. Waren Sie schon in der Schule der Kasperl?

2. Kann man davon leben?

3. Woher kommen die Ideen für Ihre Programme?

Nein, Martin Puntigam war nicht der Klassenkasperl. "Ich war sowohl in der Schule als auch im Sport sehr gut. Es gab also keinen Grund aufzufallen." Und ja, Martin Puntigam kann von dem Beruf, dem er seit mittlerweile zehn Jahren nachgeht, leben. Und woher kommen die Ideen für seine Programme? "Aus mir", sagt Puntigam, und nur wer jemals ein Programm von ihm gesehen hat, kann die ganze Tiefe dieser knappen Antwort ermessen.

Den Menschen, die Puntigam in seinen Programmen auf die Bühne stellt, geht es gar nicht gut. In "Innenaussaugen" (1996) etwa spielt er eine Kreuzung aus Mensch und Auto, die unter Kaltstartproblemen leidet und im Berufsleben so erfolglos ist, dass warme Mahlzeiten beim Nachbarn geschnorrt werden müssen: "Könnten Sie mir einen Zwiebelrostbraten borgen?"


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