Nüchtern betrachtet: The Fatal Glass of Beer

Kultur | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich um halb zwei Uhr nachts am Würzburger Bahnhof saß und mir die Frage stellte: "Wer sind die anderen sechs Idioten?" Zerlegt man diesen komplexen Moment in seine Einzelteile, bleibt nichts als Langeweile: Würzburg - war ich schon; Bahnhof - auch nicht neu; halb zwei Uhr nachts - kommt fast täglich vor; die Idiotenfrage - wir stellen sie stündlich. Aber alles zusammen in raumzeitkontinuummäßiger Engführung - ja, das! Also schon. Oder? In die Würzburger Idiotengemeinschaft getrieben hatte mich das Schicksal in Form der Deutschen Bahn. Nun hat es wenig Sinn, gegen das Schicksal aufzubegehren, insbesondere wenn es bundesbahnartig einherrollt. "Die Bahn ist der Stein des Sisyphos des ausgehenden Analogzeitalters, aber holla!", schreibt Neil "The Schlafwagenschaffner" Postman in seinem jüngsten, soeben erschienenen Buch "The Würzburg Experience". Wie immer hat er Recht. Was in dem Buch nicht zur Sprache kommt, ist der Umstand, dass die Zugabfahrtsanzeigentafel

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