Beruf: Antiquar

Shopping 90 Prozent Bücher, zu je fünf Prozent Tonträger und Wein Richard Jurst ist auf alle Fälle zu 100 Prozent Antiquar.

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

Richard Jurst ist ein strenger Patron: Handys sind im Geschäft sowieso verpönt, Laufkundschaft wird auch nicht gerne gesehen. "Wenn jemand hereinkommt", muss der wirtschaftlich denkende Teil in ihm dennoch zugeben, "und der lässt kurzerhand 1000 Schilling liegen, ist mir das aber schon recht." Mindestens 20 Minuten müssten seine Kunden im Geschäft verweilen.

Einfach ins "Buch & Wein" hineinplatzen, dann ein schneller Abgang - für Jurst ein Gräuel. "Ich schaffe zwei Kunden pro Stunde", sagt er, "ich will mit den Leuten reden, ihre Einkaufskörbe füllen können sie woanders." Wagt es einer, die Bücher mit Fettfingern zu begrapschen, fordert Jurst ihn höflich auf, das Geschäft zu verlassen. In der Auslage bietet der Patron nicht nur einfach Bücher feil, er folgt auch hier gestrengen Regeln: 14 Tage vor Weihnachten kommen Buchtitel zum Thema Selbstmord in die Auslage. Jurst ist auch ein energischer Kommentator von Wahlergebnissen: "Schämt Euch" war auf einem großen Schild unmittelbar


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