Kaffee aus?

Kaffeehaus Ende des Jahres sperrt das Cafe de l'Europe am Graben zu. Hier gab es in den Fünfzigern nicht nur Wiens erstes Espresso, das Lokal ist auch Treffpunkt der jüdischen Gemeinschaft.

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 42/99 vom 20.10.1999

Noch herrscht hektische Betriebsamkeit im Cafe de l'Europe am Graben direkt neben dem Haas-Haus. Zu ebener Erde wird Kaffee gemahlen, verkauft und ausgeschenkt, die Gäste drängeln sich auf den Steh- und Sitzplätzen. Etwas ruhiger geht es im "Tearoom" im ersten Stock zu. Entspannt lässt sich von hier aus das rege Treiben am Stephansplatz beobachten. Aber Ende Dezember schließt das l'Europe. Dem derzeitigen Betreiber Erhard Bauer wurde der Pachtvertrag für das beliebte Wiener Kaffeehaus nicht mehr verlängert.

Mit dem Aus für das l'Europe geht eine Kaffeehauslegende zu Ende. Im Jahr 1951 wurden am Graben die ersten Espressi gebraut. Die Eigentümer der Kaffeedynastie Columbia versuchten in dem Lokal mittels italienischer Espressomaschinen ein neues Lebensgefühl in die Stadt zu bringen. Bis heute zählt der Kaffee im Fünfzigerjahre-Ambiente zu den besten der Stadt. Vor 15 Jahren übernahm Erhard Bauer - ihm gehört auch das Cafe Schottenring - das Espressolokal am Graben. "Wir haben


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