Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

... kommentiert eine fröhlich-absurde "Rasenseite" den scheinbar endlosen Konflikt: Burgrasen betreten, ja oder nein?

Hinter geschlossenen Türen tagt in einem Bunker seit kurzer Zeit eine Untersuchungskommission, die sich aus Rasengegnern wie Wolfgang T.(iger) Becher1, Rasenbefürwortern wie Hunrich A. Hunz2, Rasenspezialisten wie Hans Krankl3 und unabhängigen Experten zusammensetzt. Uns, die wir das Gras wachsen hören, konnte das nicht verborgen bleiben, und unser Informationssystem setzte sich in Bewegung. Im Folgenden drucken wir die Dokumente ab, die wir teils erpresst, teils gekauft, teils erfunden, teils aber auch gestohlen haben: Sie fügen sich in einem Bild zusammen, bei dessen Anblick der Leser vor Schreck ergrünt.

Hab oft im Kreise der Lieben In duftigem Grase geruht Und mir ein Liedlein gesungen Und alles war hübsch und gut.

Adalbert von Chamisso, 1829 II, III Halmstück mit Knoten in horizontaler Orientierung, vor (II) und nach der geotropischen Gelenkkrümmung (III).

Lange Zeit hab i tschechert wia a Reblaus. Aber dann hat ma a Freund gratn, der was si mit Pflanzen auskennt, weil er an Schrebergarten hat: "Franzl, steig um." No, bin i umgstiegn - und was soll i Ihnen sagn? Trocken war i. Stante pede. Und wenn mi heut wer auf a Viertl einladt, dem sag i nur: A Grasl is ma lieber wia a Glasl. Ma is schließlich net sei eigener Feind, und es haßt ja a net umasunst: Besser a grüne Lunge als a hinige Leber, oder?4 1 "Journalismus - ja oder nein: Diese Frage macht mich rasend!"

2 Vgl. auch Gottfried Keller: Der grüne Heinrich, Braunschweig 1854/55 3 Krankl in "Bild": "Wenn ich ,Deutschland' höre, werde ich zum Rasenmäher."

4 Vgl. auch Grünmandl, Josef Dr.: Gras, mein Sorgenkind.


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