In der Ambulanz

Seinesgleichen geschieht Die Stimmung schlechter als die Lage? Nein. Die Zivilgesellschaft tritt an gegen den Rassismus-Keim.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Die Stimmung ist nicht besonders. Eigentlich ist sie beschissen. Nicht einmal der Erfolg des Herr Blocher bei den Nachbarn kann uns trösten: Die sind auch nicht besser, die Schweizer. "Stopp dem Asylmissbrauch" war auch dort ein Slogan. Die "Überfremdung" hat allerdings, soviel ich weiß, bis jetzt dort noch gefehlt. Hält sich deshalb die Was-ist-mit-den-Schweizern-los?-Hysterie in Grenzen? Und warum tut das Ausland uns schon wieder Unrecht an?

Der österreichische Rassismus-Keim konnte bisher nicht einmal von den engagiertesten Soziobiologen isoliert werden. Jedoch haben Forscher festgestellt, dass sich dieser Keim, an sich überall auf der Welt in ziemlich gleicher Menge vorhanden, unter gewissen Laborbedingungen besonders gut vermehrt. In amerikanischen Spitälern herrscht in den Aufnahmesälen der Unfall-Ambulanzen stark unterkühlte Temperatur, um Keime unter Kontrolle zu halten. Haider-Kundgebungen und die Lektüre gewisser Zeitungen in Österreich hingegen wirken wie schnelle Brüter.


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