Scherbn ab zum Diskurs!

Kommentar Haiders Wahlsieg ist keine österreichische Familienangelegenheit.

Vorwort | Uwe Mattheiss | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Ich bekenne, ich habe nicht "die Goschn" gehalten zu Haider, seinem Wahlerfolg und den Verhältnissen, die dazu geführt haben, obwohl doch ein durchaus prominenter und eher linker Sozialdemokrat mir und einigen anderen das nachträglich und nachdrücklich empfohlen hat, stellvertretend für all die In- und Ausländer, die draußen in den ausländischen Medien das Vaterland so schmählich ausgerichtet haben. "Goschn halten!" - gibts am Ende was drauf, wenn nicht? Es sei ja alles kontraproduktiv, was geschrieben stehe draußen, und nütze eh alles nur dem Haider - versteht sich. Mit dem werden wir alleine fertig - genau. So setzte jener Sozi erstaunlich neoliberal auf die Selbstheilungskräfte des österreichischen Politikmarktes, das müssen wohl alle Beobachter dreizehn lange Jahre übersehen haben.

Es geht nicht um die konkrete Person und schon gar nicht um die Partei. Das Interesse gilt dem Phänomen als einem Allgemeinen, dem Moment, in dem die Masken zivilgesellschaftlicher Feinfühligkeiten


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