Mehrheitswahlrecht!

Kommentar Die geschrumpften Großparteien haben sich in ihre eigene Welt der Funktionen und Gremien verabschiedet. Ein Mehrheitswahlrecht könnte Abhilfe schaffen.

Vorwort | Dietmar Ecker | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Etwa 35 Prozent. Die wird Jörg Haider bei den nächsten Wahlen haben. Der Grund ist einfach: Er kann sein Potenzial ausschöpfen, seine Konkurrenten werden weiter an die Nichtwähler verlieren. Wann diese Wahlen sein werden, ist gleichgültig. Ob nun keine neue Regierung zustande kommt oder SPÖ und ÖVP sich weiter abmühen, in der Öffentlichkeit "den neuen Stil der Zusammenarbeit" totzureden. Beides zeigt dem verloren gegangenen Wähler nur, dass sie auch ohne ihn auskommen können.

Ob Sozial- oder Christdemokraten, beide handeln sie im Stil der vom Wahlvolk verabschiedeten Zeit. Sie kleben förmlich an und in Gremien und Apparaten, die in den letzten 50 Jahren zwar maßgeblich waren, aber durch gestiegenes Bildungsniveau, höheren Lebensstandard und Internationalisierung des Landes in ihrer gegenwärtigen Ausprägung immer weniger verstanden werden. Sozialpartner, Kammern, Parteiorganisationen und deren untergeordnete Institutionen haben mit beleidigtem Rückzug auf diesen Liebesentzug


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