"Beschimpft und bespuckt"

Rassismus Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, über Brandstifter, den Antisemitismus der FPÖ und die "Juden" des 21. Jahrhunderts.

Politik | Gerald John und Nina Weissensteiner | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Es geht drunter und drüber in Ariel Muzicants Büro. Medienvertreter stehen Schlange, das Telefon schrillt ununterbrochen. Sogar Innenminister Karl Schlögl rief an, als der Falter zum Interview zu Gast war. Der Anlass für das allgemeine Interesse für die Israelitische Kultusgemeinde und ihren Präsidenten Ariel Muzicant ist kein erfreulicher: Die Religionsgemeinschaft hat penibel dokumentiert, dass die Aggression gegen Juden in Wien seit der Wahlkampagne der Freiheitlichen zugenommen hat. Auf Muzicants Schreibtisch liegen nicht nur zu bearbeitende Immobilienprojekte, sondern es liegt dort auch ein dicker Ordner mit Schmähbriefen, die in den letzten Tagen in der Gemeinde eingetroffen waren.

FALTER: Sie haben einmal gesagt, Antisemitismus ist ein Problem der Antisemiten. Müssen Sie nach den jüngsten Vorfällen ihre Meinung revidieren?

ARIEL MUZICANT: Nein, daran hat sich nichts geändert. Die Vorfälle sind kein Problem der hier lebenden Juden. Es liegt zwar an uns Juden, Antisemitismus

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