Europas Chronist

Politisches Buch Der britische Historiker und Essayist Timothy Garton-Ash geht in seiner Bestandsaufnahme der letzten zehn Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hart mit der EU ins Gericht.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Skopje im Juli 1999. Der Registrierungsschalter der KFOR. Ein Handy läutet: "Hi, Timothy!", tönt die Stimme von Christopher Hill durch den Hörer. "Hi, Chris!", schallt es zurück. "Nein, nicht morgen. Morgen muss ich in der Früh den Konvoi nach Pristina erreichen." Es gibt wohl nur wenige Menschen, denen das Privileg zuteil wird, gleich nach der Ankunft vom US-Balkansondergesandten Christopher Hill persönlich begrüßt zu werden, um gleich darauf mit ihm zu Abend essen zu gehen. Timothy Garton-Ash gehört zu ihnen. Ungewöhnlich für einen Historiker.

Doch der Brite mit Professur in Oxford hat sich seine eigene Geschichtsforschung zurechtgelegt: "Gegenwartsgeschichte" nennt er sie. Seit mehr als einem Jahrzehnt reist Garton-Ash nun schon von Ost nach West über den Kontinent - vom Streik der Solidarno's'c über die samtene Revolution in Prag zu den Granaten auf Sarajevo. Ungewöhnlich ist auch die Art, wie der Historiker seine Reisen dokumentiert: Als Essays im Londoner Independent


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