Kommentar: Nur Bachmann, Büchner, Booker?

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Ja, war das ein Hallo! Weimar, Europas Kulturhauptstadt 1999, hatte die Juroren des Aristeion- Preises zu nächtlicher Stunde in die unweit vom Original errichtete Kopie des goetheschen Gartenhäuschens geladen, und da fläzten wir uns nun in des Geheimen Rates nachgebauter Schlafstatt und tranken Sekt aus Coca-Cola-Plastikbechern.

Am nächsten Tag war die Feierstimmung etwas ungleich verteilt. Der Kollege aus Griechenland schien doch tatsächlich ein wenig enttäuscht zu sein. Nicht weil seine Kandidatin "nur" auf der so genannten "Short List" (die Finalisten ohne den Sieger) gelandet war und den mit rund 280.000 Schilling dotierten Prix Aristeion dem spanischen Lyriker Jose Hierro überlassen musste (siehe auch Seite 66). Was den Joyce-Spezialisten aus Athen leicht melancholisch stimmte, war die minimale Medienpräsenz auf der Pressekonferenz. Allenfalls eine Hand voll Journalisten hatten sich eingefunden, um der Bekanntgabe der Sieger dieses von der Europäischen Union ausgeschriebenen


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