Wie gut, dass es Maria gibt

Arbeitsmarkt Das Arbeitsamt als Schauspieleragentur: Die AMS-Angestellte Maria Merkl hilft nicht nur Schauspielern bei der Jobsuche, sondern auch Regisseuren bei der Besetzung.

Kultur | Adelheid Wölfl | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Das Vorsprechen läuft bereits. Im Vorraum sitzen einige Darsteller und warten auf ihren Auftritt. Lampenfieber ist kaum zu spüren. Die meisten von ihnen haben sich nicht einmal in Schale geworfen. Die Figuren wechseln von Zeit zu Zeit. Das Theater bleibt: das Arbeitsmarktservice (AMS) am Esteplatz im dritten Wiener Gemeindebezirk. Das Stück ist immer dasselbe: "Arbeitslos". Nur dass sich hinter einer der cremefarbenen abgebletzten Türen eine experimentelle Bühne etabliert hat, auf der die Tragikomödie von der Hoffnung auf die Traumrolle gespielt wird. Im zweiten Stock im Raum 213 führt die AMS-Angestellte Maria Merkl Regie.

Ein junger Schauspieler tritt ein. Doch statt Monologe zu rezitieren, wird hier Dialog geführt.

Als die Österreichische Internationale Künstlervermittlung (ÖIK) 1994 im AMS aufging, bekam die damals 28-jährige Germanistin Merkl den Auftrag, jene freiberuflichen Künstler, die zwischen dem 15. und 31. eines Monats geboren sind, mit Jobs zu versorgen. Das macht


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