Kevin allein im Kleid

Musik Kevin Rowland, der verschollene Sänger der Dexy's Midnight Runners, kehrt aus der Drogentherapie zurück und wird prompt mit Flaschen beworfen. Was ist so bedrohlich an einem Mann in Kleid und Höschen?

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Der Ärger lag längst in der Luft, als beim Reading Festival Ende August ein Gastauftritt Kevin Rowlands angekündigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits in allen Lifestyle-Magazinen Englands Inserate geschalten, die das Comeback des ehemaligen Sängers der Dexy's Midnight Runners nach zehnjähriger öffentlicher Abwesenheit vorbereiten sollten. Doch der Autor unsterblicher Soulpop-Hymnen wie "Geno", "Plan B" und "Come on Eileen" war auf den neuen Fotos kaum wiederzuerkennen: Er trug feminine Schminke und ein dunkles Samtkleid, das er keck geschürzt hielt, um den Blick auf Selbsthalterstrümpfe und Höschen freizugeben.

Prompt gerierten sich die liberalen Musikmedien als die wahren Verfechter von Feminismus und Schwulenbewegung, indem sie Rowland bezichtigten, ein sexistisches Spiel mit weiblichen Klischees zu betreiben oder - noch schlimmer - ein falscher Freizeittransvestit zu sein. Rowland entgegnete, dass er zwar ein Kleid, aber keine Frauenkleidung trage. Tatsächlich habe er


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