Abrax, Prax und Elmi

Alltagskultur Kollektive Erinnerung auf Ostdeutsch: Die Ausstellung "Leben in der Platte" zeigt Konsumgüter aus der DDR.

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Das Phänomen erinnert an "Wickie, Slime und Paiper". Seit Jahren boomt in den alten wie den neuen Bundesländern Deutschlands die DDR-Nostalgie. Unterstützt durch Dutzende von Ausstellungen und Fernsehsendungen zur Alltagskultur oder Bildbänden über ganz banale Konsumgüter werden typische DDR-Produkte wie die Comicfigur Abrax, das glibberige Handpflegemittel Prax oder die Eiskrem Elmi zu kollektiven Ikonen hochstilisiert - sei es durch verhöhnende Abgrenzung auf der einen oder gemeinsame Erinnerung auf der anderen Seite. In jedem Fall gelang über diesen Umweg quasi posthum etwas, was die Herrschenden im Arbeiter- und Bauernstaat zwar stets anstrebten, aber nie wirklich erreichten: die Identifikation der Bürger mit der einst verhassten DDR.

Pünktlich zum Doppeljubiläum der DDR - 50 Jahre Gründung und zehn Jahre Mauerfall - findet nun erstmals auch in Österreich eine Ausstellung zur Alltagskultur der Siebziger- und Achtzigerjahre in der DDR statt. Den unweigerlich aufkommenden

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