Die Erde als Horizont

Film Der kirgisische Regisseur Aktan Abdykalykow hat einen wunderschönen Film über eine Jugend am Ende der Welt gedreht.

Michael Omasta | Kultur | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Die farbigen Muster eines Teppichs, gesehen von oben, an dessen Längsseite sich mehrere alte Frauen mitten auf einer staubigen Straße zum Gebet versammeln. Eine schlichte Holzkrippe wird gebracht, ein neugeborenes Kind der Erde nach uraltem Brauch dem Leben geweiht. Die Kamera entfernt sich von der Szene, fährt ein Stück weit auf zum Himmel, das Bild weißt aus in Blankfilm.

"Beshkempir" ist das Spielfilmdebüt des kirgisischen Regisseurs Aktan Abdykalykow und zugleich der erste in der zentralasiatischen Republik entstandene Film seit der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1991. Der Titel steht für "fünf alte Frauen", jenen "Schimpfnamen", mit dem Azate, der Findling, von den anderen Kindern im Dorf gelegentlich bedacht wird. Gegen Ende, wenn der Junge mit dem "Erbe" seiner Großmutter auch deren Platz in der Gemeinschaft des Ortes übernommen hat, wird die Kamera noch einmal gen Himmel fahren, das Bild noch einmal weiß ausglühen. Dazwischen liegt eine klassische Entwicklungsgeschichte,

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