Wirt und Wurm

Literatur Der schottische Autor Irvine Welsh präsentiert den Lesern seines zweiten Romans "Drecksau" eine der wohl unsympathischsten Figuren der Literaturgeschichte - und ihren Bandwurm.

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Bruce Robertson ist ein Arschloch. Oder eben eine "Drecksau" (das Original trägt den Titel "Filth" - neben der Kennzeichnung von Robertsons Lebensumständen auch eine umgangssprachliche Bezeichnung für "Polizisten"). Sein Leben als Detective Sergeant mit Aussicht auf Beförderung zum Detective Inspector dreht sich - wie bei Welsh üblich - um Drogen, Alkohol, Sex und Gewalt. Bei den Freimaurern wird tüchtig getrunken, der junge Kollege Ray Lennox ist für das Aufstellen des Kokains zuständig, Frauen sind entweder "fickbar" oder "Lesben" - und dran glauben müssen sie sowieso alle. Kein Wunder, dass Robertsons Frau Carole mitsamt der gemeinsamen Tochter gerade mal wieder aus Edinburgh verschwunden ist.

Die Handlung von Welshs zweitem Roman nach dem Sensationserfolg "Trainspotting" (1993) setzt mit dem brutalen Mord an einem Schwarzen ein. An der Aufklärung des Verbrechens zeigt der Protagonist und Icherzähler jedoch von Beginn an kein großes Interesse. Auf dem Revier lässt er sich


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