Tod auf dem Papier

Todesanzeigen Eigentlich sind Partezettel Überbringer einer traurigen Nachricht. Doch manche Menschen erfreuen sich sogar an ihnen. Kunstsammler Rudolf Schmutz besitzt rund 400 davon.

Stadtleben | Bernhard Salomon | aus FALTER 43/99 vom 27.10.1999

Ministerpräsident Karl Graf Stürgkh wurde im Oktober 1916 Opfer eines hinterlistigen Attentates. Der Mord an dem Konservativen ging eindeutig auf das Konto eines Sozialdemokraten. Der gesamte k. k. Ministerrat trauerte und tat dies in einer ausführlichen Parte kund. Vom Stern vom roten Kreuze bis zum Großkreuz des Ordens vom heiligen Erlöser wurden alle seine Dekorationen darauf genannt.

Das vergilbte Papier mit dem schwarzen Rand hängt jetzt als eines von vielen im Vorzimmer von Rudolf Schmutz. "Politiker sind immer gut", sagt der Partensammler, der sein Hobby in Österreich nur mit einer Handvoll Gleichgesinnter teilt. Künstler sind für ihn auch okay. Eventuell noch hohe Kirchenleute. Aber dann ist schon Schluss. In jedem Fall müssen es Raritäten sein. "Auf den Krenn bin ich nicht scharf", meint der 66-Jährige. Den werde es massenhaft geben.

Kunstsammler sind auch nichts wert. Vielleicht noch der Rudolf Leopold. Darunter sind ihre Parten fast schon Altpapier. Das bedauert Schmutz


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