Standpunkt: Der gute Wolf

Politik | aus FALTER 44/99 vom 03.11.1999

Ein bisschen Lob für Karl Schlögl muss sein. Nachdem er den angesehenen Erik Buxbaum als Nachfolger von Michael Sika als Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit ernannt hatte, hat der Innenminister nun einen weiteren angesehenen Beamten an eine wichtige Position gebracht: Wolf Szymanski, Leiter der Rechtssektion, wird Nachfolger des unbeliebten Fremden-Sektionschefs Manfred Matzka. Das tut gut: Szymanski ist ein Jurist mit grundrechtlichem Bewusstsein. Er ist geistiger Vater des Menschenrechtsbeirates, den er bereits lange vor der Causa Omofuma einrichten wollte. Szymanski, gut befreundet mit der grünen Justizsprecherin Theresia Stoisits und hohen Beamten des Justizressorts, hat gute Kontakte zu NGOs. Er war jener Beamte, der das Sicherheitspolizeigesetz schrieb und dabei die Arbeit der Exekutive erstmals auf legistische Beine stellte und Polizeiopfern Beschwerderechte einräumte. Sein gespanntes Verhältnis zu Manfred Matzka war ein offenes Geheimnis im Innenministerium. Szymanski war es auch, der nach der Causa Omofuma persönlich als "Harun Al Rashid" durch Kommissariate streifen wollte, um die Polizei zu kontrollieren. Es ist zu hoffen, dass er in seiner neuen Position nicht die gleichen Verwandlungen wie der Ex-Juso Matzka durchmacht und zum bösen Wolf mutiert. F. K.


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